Über uns

Wer wir sind

Bereits im Jahr 2012 entstand in den aus verschiedenen Bürgerinitiativen heraus die Idee urbane Gemeinschaftsgär­ten in Aachen zu errichten und es schlossen sich immer mehr Menschen zusammen um an der Umsetzung zu ar­beiten. Der Verein „Urbane Ge­meinschaftsgärten Aachen e.V.“ wur­de im Mai 2013 gegrün­det. Unser Anliegen es ist, auf städtischem Boden durch ge­meinschaftliche Ar­beit Gemüse, Kräuter und weitere Nutzpflanzen anzubau­en. Inner­halb kür­zester Zeit konnten wir viele Menschen aller Altersklassen für die Mitarbeit be­geistern und gestal­ten nun auf zwei von der Stadt gepachte­ten Flächen an der Ri­chardstraße und im Stadtgarten Gemeinschaftsgär­ten mitten in der Stadt.

Unsere Ziele

Wir erschaffen in den Gärten Frei(luft)-Räume, in denen Menschen sich aufhalten und ge­meinsam Sinnstiftendes tun können. Dadurch fördern wir die Auseinandersetzung und Ver­bindung von Stadtbürgern mit der Natur und das Erleben von Gemeinschaft ohne Bar­rieren kultureller, fi­nanzieller oder sonstiger Art.

Im Gemeinschaftsgarten entstehen neue Kontakte: zwi­schen Menschen aus der Nach­barschaft, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Jung und alt arbeiten hier wie selbstverständlich zusammen, lernen von einander und gestalten gemeinsam ihren ur­banen Raum.

Ganz nebenbei unterstützen unsere Gärten die Biodiver­sität in der Stadt, tragen zum Er­halt alter, seltener Sorten bei und liefern kostengünstige, gesunde Lebens­mittel.

Die Gemeinschaftsgärten

Uns stehen seit April 2013 zwei Bereiche im Herzen Aa­chens zur Verfügung:

  • der Gemeinschaftsgarten „Vielfeld“ im Stadtgarten, ge­legen neben dem Neuen Aachener Kunstverein und

  • der Gemeinschaftsgarten „HirschGrün“ in der Richard­straße 7

Die beiden Flächen könnten sich kaum stärker voneinan­der unterscheiden:

In der Richardstraße, nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Kaiserplatz als einem der ver­kehrsreichsten Berei­che Aachens entfernt, finden wir neben einem grünen Spielbe­reich eine Brachfläche vor, deren Boden im April 2013 noch komplett „nackt“ war. Hier stehen wir vor der Herausforderung, diesen in eine fruchtbare Oase zu verwandeln und können wie auf ei­nem leeren Blatt Papier einen neuen Garten konzipie­ren.

Im Stadtgarten hingegen, auf dem ehemaligen Ausbil­dungs-Areal der Aachener Grün­betriebe, ist in den letzten Jahrzehnten ein lebendiger Raum mit verschiedensten Ve­getationsformen, ein geradezu „verwunschener Gar­ten“, gewachsen. Diesen gilt es zu erhal­ten, zu bändi­gen und ihm durch Nutzpflanzen einen produktiven Charakter zu ver­leihen.

Wie wir arbeiten

Durch wöchentliche Planungstreffen auf den Flächen, an denen jeder teilnehmen und mit­entscheiden kann, beto­nen wir die Transparenz und Inklusivität unserer Gartenor­ganisation. Wir streben eine Zusammenarbeit mit um­liegenden Einrichtungen wie Schulen, Kindergärt­en und Seniorenheimen an und erleben bereits jetzt, wie die neu­en Grünräume das nach­barschaftliche Gemeinschaftsge­fühl und die Identifikation der Menschen mit ihrem Viertel stärken.

Der Aufbau des Gartens geschieht im Low-Tech-Ansatz: Das Improvisieren mit zur Ver­fügung stehenden Materiali­en (z.B. ausgesonderten Einwegpaletten, Bäckerkis­ten, Reissäcken oder Wassercontainern) zum Aufbau des Gar­tens verlangt Kreativität und Ein­fallsreichtum.

Selbermachen statt Fertiges zu kaufen, alles mit möglichst geringem finanziellen Aufwand, bedeu­tet für uns Weg und Ziel zu­gleich. Die Mitgärtner erleben, was sie durch Einsatz ihrer ei­genen Hände alles erschaffen können. Dabei steht auch das Wiedererlernen von prakti­schen Fähigk­eiten, sei es das Bauen und Reparieren von Objekten für den Garten oder der Gemü­seanbau selber, im Vordergrund. Die Gär­ten werden für uns Lehrende: die Lerninhalte sind die Kreisläu­fe der Natur, Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

Unsere Motivation

Städte wie Berlin oder Köln machen es seit ein paar Jah­ren vor: Dort sind viele urbane Ge­meinschaftsgärten ent­standen, in denen Menschen miteinander bekannte und ver­gessene Sorten Gemüse, Obst und Kräuter anbauen und gemeinsam ernten.

Angetrieben werden wir bei unseren Vorhaben auch von den großen Fragen unserer Zeit: Lässt sich der Klimawan­del noch aufhalten oder abmildern, und wie kann jeder einzelne einen Beitrag dazu leisten? Ist die verschwende­rische und hochspezialisierte Lebensweise unserer heuti­gen Gesellschaft noch zeitgemäß in Anbetracht immer teu­rer werdender Ener­gieträger und unserer beispiellosen Abhängigkeit von ihnen?

Der Garten ist für uns Sinnbild einer nachhaltigen Zukunft und konkreter Handlungs­raum zugleich: Lebensmittel be­treffen uns alle. Wie wir diese herstellen, wertschätzen und wel­che Auswirkungen dies auf unsere Umwelt hat, kann im Garten anschaulich the­matisiert werden. Die Gärten sind Experimentierfelder für ein Leben mit geringer­em öko­logischen Fußabdruck von voller biologischer Vielfalt mitten in der Stadt.

Raum zum Gestalten, Lernen, Begegnen und Ent­spannen

Die junge Generation erhält im Gemeinschaftsgarten einen Ausgleich zu virtuellen oder kon­sumorientierten Freizeitbeschäftigungen und Berufstätige können in die­sen Frei(luft)­räumen nach dem Feierabend Kraft tanken.

Bei sinnstiftenden Tätigkeiten begegnen sich im Garten Menschen mit unterschied­lichstem sozialen und kulturel­len Hintergrund und erlernen gemeinsam von- und mitein­ander ele­mentare Fähigkeiten wie den An­bau von Lebensm­itteln wieder. Dabei können sie mit viel Spaß den Früchten ih­rer Arbeit im wahrsten Sinne beim Wachsen zusehen. Nicht nur Kinder können hier lernen, wo unser Es­sen her­kommt. Der Garten liefert den Be­weis, dass zum Beispiel eine Zucchini auch di­rekt vor der Haustür und ohne Verpa­ckungsmaterial wachsen kann.

Neben den genannten Aspekten spielt auch das aktive Mitgestaltungspotenzial, das von ei­nem solchen Ort aus­geht, eine große Rolle. Bürger erhalten hier die Möglichk­eit, ihre Umge­bung ihren Wünschen und Bedürfnis­sen nach gemeinsam zu verändern.

Ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Im Stadtbild kann ein Gemüsegarten eine sinnvolle und ästhetische Alternative zu klas­sischen Rasenflächen dar­stellen. Er bietet eine Ruheoase, der die bestehenden Stadt­parks mit neuen Ideen ergänzt. Wenn man sich be­wusst macht, dass Städte die größten Ressourcenver­braucher sind und so den Klimawandel maßgeblich mit beeinf­lussen, ist ein Gemein­schaftsgarten ein praktischer und kostengünstiger Baustein zu einer nach­haltigeren Stadt­entwicklung.

Durch den partizipativen Charakter der Gemeinschafts­gärten und die Gestaltungsmög­lichkeiten für die Nachbar­schaft steigt die Identifikation der Gartengestalter mit ih­rem Viertel und ihrer Stadt Aa­chen.