Aktuelles

Fortbildung für LehrerInnen, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen

Die urbanen Gemeinschaftsgärten in Aachen (HirschGrün in der Richardstr. und Vielfeld im Stadtgarten hinter dem NAK) stehen jederzeit allen BesucherInnen und GärtnerInnen offen. Sie stellen auch einen perfekten Ort für alternative und kreative Bildungseinheiten für Schulen und Kitas dar. Hier können Kinder und Jugendliche lernen wie Möhren wachsen, wann welche Pflanzen Saison haben und was Bienen besonders gerne naschen. In einer kompakten Fortbildung möchten wir allen interessierten LehrerInnen, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen in Aachen zeigen, wie sie die Gemeinschaftsgärten selbständig im Unterricht, der OGS oder der Kinderbetreuung nutzen können. Die Fortbildung und die spätere Nutzung der Gärten ist kostenfrei.

Die Fortbildung findet am Samstag, den 18.2.2017 statt im Pfannenzauber und im Gemeinschaftsgarten HirschGrün. Um Anmeldung bis zum 31.1.2017 wird gebeten bei Janise Ebbertz.

Inhalte und Ablauf der Fortbildung

3 Teile à je 90 Minuten:

  1. Begehung des Gemeinschaftsgartens HirschGrün, Kennenlernen der Gegebenheiten vor Ort
  2. Vorstellung möglicher Inhalte der Bildungseinheiten sowie Materialien orientiert am Gartenjahr
  3. Praktische Umsetzung von ausgewählten Themen

Die Fortbildung ist Teil eines Projektes gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und die Stadt Aachen.

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Aachen von einer neuen Seite kennen lernen

Stadtführung mit Gärtnern, Schnippel-Disco und Kreativität, um an Eine-Welt-Themen zu arbeiten

Am 2. und 3. September können Interessierte aus Aachen und von weiter weg die Kaiserstadt von ihrer engagierten Seite kennen lernen. Eine alternative Stadtführung zeigt Initiativen und Orte, die Aachen zu einer lebens- und liebenswerten Stadt machen und sich für ein faires, soziales und ökologisches Miteinander einsetzen.

Gemeinsam entdecken die Teilnehmenden bürgerschaftliches Engagement für nachhaltige Themen, soziales Unternehmertum für eine integrative Gesellschaft und Kreativität als Medium, um Menschen zusammenzubringen. Auf dem Programm stehen das Welthaus, der urbane Gemeinschaftsgarten HirschGrün, Foodsharing, das Hotel Total, Starring Aachen und das Kreativhaus der Bleiberger Fabrik. Beginn ist am Freitag, 2. September um 14 Uhr im Welthaus. Geleitet wird die Stadtführung von Jürgen Jansen und Alexandra Kessler.

Die Stadtführung ist Teil des Ökologieprogramms der Heinrich-Böll-Stiftung NRW. Wer an der Veranstaltung teilnehmen will, meldet sich dort an: 0211 93650822. Das detaillierte Programm der Stadtführung kann hier abgerufen werden.

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CDU will HirschGrün „verlegen“

Bei der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen Mitte am Mittwoch, 9.3.,  stellte der CDU Abgeordnete Otten den Antrag, dass die Stadtverwaltung  Alternativflächen für den Gemeinschaftsgarten HirschGrün an der  Richardstraße prüfen soll. Der Antrag wurde von SPD, FDP und Grünen gestützt. Obwohl Vertreter des Vereins Urbane Gemeinschaftsgärten Aachen e.V. anwesend waren, wurden sie nicht angehört und auch vorab wurde kein Kontakt zu den aktiven Bürgern gesucht um das Thema oder mögliche Kritik im Voraus zu besprechen. Die Gärtner sind enttäuscht  über das Vorgehen der Politik, ohne mit ihnen zu reden, über die Zukunft  des Gartens entscheiden zu wollen. Partizipative Demokratie, die  Bürgerengagement fördert, sieht anders aus.
Mittlerweile sind Grüne und SPD zurück gerudert und haben sich für  den Erhalt des Gemeinschaftsgartens HirschGrün am jetzigen Ort  ausgesprochen. Das beruhigt erst mal, aber eine endgültige Klärung ist  es noch nicht. Wir werden weiterhin die Politik der Stadt Aachen davon  überzeugen, welchen positiven Zuspruch der Garten erhält und welche  bereichernde soziale und ökologische Wirkung von ihm ausgeht. Auf facebook könnt Ihr euch für den Erhalt des HirschGrüns aussprechen. Und hier lest ihr, was andere Leute über den Garten sagen.
Danke für eure Unterstützung!

Pressebeiträge zur politischen Debatte um das HirschGrün

 

 

Aktuelles auf unserer Facebook Seiten: Essbares Aachen und Rettet den urbanen Gemeinschaftsgarten HirschGrün

Offener Brief an die Politiker der Stadt Aachen

Um mit der Politik einen Dialog aufzubauen und über die Wirkung des Gartens ausführlich zu informieren, haben wir folgenden Brief an die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte geschrieben, an die Mitglieder des Stadtrats sowie den Bürgermeister und zu einem Gespräch eingeladen.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Philipp,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Scheidt,
sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin Conradt,
sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Aachen,
sehr geehrte Mitglieder der Bezirksvertretung Aachen-Mitte,
bei der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 9.3.2016 waren mehrere Mitglieder des Vereins Urbane Gemeinschaftsgärten Aachen e.V. sowie weitere NutzerInnen des Gartens anwesend. Leider durften wir uns nicht an der Diskussion zum Tagesordnungspunkt 12, Suermondtpark, beteiligen. Wir finden es schade, dass es trotz unseres offensichtlichen Redebedarfs seitens der Politik keine Initiative gab, unsere Stimmen zu hören. Wir möchten dringend empfehlen, nicht über den Gemeinschaftsgarten zu reden, sondern mit den Personen, die dahinter stehen. In einer demokratischen Gesellschaft, die bürgergesellschaftliches Engagement fördern möchte, ist die Verhandlung ohne Einbeziehung der Betroffenen ein entmutigendes Signal.Wir begrüßen, dass es, angeregt durch Presseberichte und Öffentlichkeitsarbeit auf facebook, erste positive Rückmeldungen aus der Politik gab und freuen uns, diesen Dialog fortzusetzen. In Vorbereitung auf weitere Diskussionen in politischen Gremien möchten wir die Gelegenheit nutzen, Sie ausführlicher über das Konzept der urbanen Gemeinschaftsgärten im Allgemeinen sowie die Realität des Gemeinschaftsgartens HirschGrün und die Arbeit unseres Gartenteams im Besonderen zu informieren. Bei der Sitzung am 9.3. hatten wir den Eindruck, dass nicht alle Anwesenden damit vertraut sind. Deshalb stellen wir Ihnen im Folgenden einige Hintergrundinformationen dar, die sicher für Ihre weiteren Besprechungen von Relevanz sind. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite www.essbares-aachen.de.
Entstehung und Selbstverständnis
Unser Verein hat sich Ende 2012 gegründet und wir sind seit drei Jahren auf der Fläche an der Richardstraße aktiv. Durch unser ehrenamtliches Engagement wurde die Fläche, auf der kurz zuvor ein städtisches marodes Gebäude abgerissen wurde, zu einem urbaren Gelände mit einer vielfältigen Pflanzenwelt und Erholungsplätzen. Zum Konzept von Gemeinschaftsgärten gehört, dass sie jederzeit allen Menschen offen stehen und man gemeinsam mit- und voneinander lernt. Und auch in der Wirklichkeit begegnen sich hier Menschen mit unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen. Wir achten in unserer Arbeit darauf, dass der Garten für viele Menschen attraktiv ist und es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten gibt, ob sie an Sitzgruppen Gespräche führen, in der Sonne liegen, Vögel oder Schmetterlinge beobachten, Bienenhäuser aufstellen, seltene oder vergessene Pflanzen oder Gemüsesorten entdecken, picknicken oder gärtnerisch tätig werden wollen. Gibt es eine Beschwerde über den Garten, hören wir uns diese gerne an und überlegen gemeinsam, wie man die Situation verbessern kann.

 

Entwicklung und Wirkung in Viertel
In den drei Jahren auf der Fläche an der Richardstraße konnten wir nicht nur das Gelände weiter entwickeln (regionale Magerblumenwiese, Bienenstock, unterschiedliche Beet- und Ernteformen) sondern gleichzeitig mit unserer ehrenamtlichen Arbeit einen Beitrag für das gesamte Viertel leisten. Anwohner des Viertels kommen in den Gemeinschaftsgarten, loben die Arbeit und bestätigen, wie wichtig solch ein grüner blühender Ort ist für die aktive und passive Erholung für das Viertel und: dass ein Garten, in dem auch geerntet werden kann, angenehmer sei ist als eine nur grüner Rasen. Hier begegnen sich Menschen, die vorher auf der Straße aneinander vorbei gelaufen sind, und es bilden sich tatsächliche nachbarschaftliche Strukturen aus. Aber auch andere Aachener oder Nicht-Aachener kommen mit dem Wunsch, diese etwas andere Art des öffentlichen Gartenraumes zu erleben. Durch die soziale Kontrolle im gesamten Grünbereich ging die Nutzung durch Alkohol- und Drogenabhängige zurück. Und dadurch, dass jeder an dem Garten mitwirken kann, ist die Identifikation der Fläche stärker als in einem herkömmlichen Park. Dies führt wiederum dazu, dass die Fläche auch stärker geschützt ist.

Bildungsarbeit
Wir bieten seit anderthalb Jahren Bildungsprogramme für Schulen und Kitas an, welche besonders von der Schule an der Beeckstraße, die als Brennpunktschule gilt, sehr geschätzt und von den Kindern begeistert aufgenommen wird. Außerdem arbeiten wir mit der Annaschule und der Aretzschule, der Bleiberger Fabrik sowie dem Pädagogischen Zentrum Aachen zusammen. Mit Letzterem planen wir derzeit Workshops für Flüchtlinge im Gemeinschaftsgarten. Gerade der Bezirk Aachen-Mitte und das Suermondtviertel im Besonderen profitieren in sozialer Hinsicht von dem Gemeinschaftsgarten.

Anerkennung und Förderung
Unsere Arbeit im Bildungsbereich wird gefördert von der Stiftung Umwelt- und Entwicklung NRW sowie dem Umweltamt der Stadt Aachen. Im Jahr 2014 erhielten wir vom Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen den Preis „NRW denkt nachhaltig“ für unseren aktiven Beitrag zu einer partizipativen Stadtentwicklung unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte. In diesem Jahr sind wir vom Umweltministerium NRW eingeladen, unseren Gemeinschaftsgarten auf einer Tagung zur neuen Gartenbewegung in NRW zu präsentieren. Schon Anfang 2014 wurden wir von Frau Schneckenburger (MdL Bündnis 90/ Die Grünen) in den Landtag in Düsseldorf eingeladen, um dort unser Gartenprojekt als eines der Ersten in NRW vorzustellen und weitere Projekte dieser Art zu inspirieren.

Interesse der Wissenschaft
Auch an der RWTH haben verschiedene Institute den Reiz des urbanen Gartens mitten in der Stadt erkannt und sowohl aus sozial- und politikwissenschaftlicher als auch aus umweltwissenschaftlicher Sicht den Mehrwert des Gemeinschaftsgartens für das Viertel und für die gesamte Stadt Aachen analysiert. Das Institut für Umweltforschung der RWTH Aachen konnte bei Untersuchungen auf Grünflächen im Innenstadtbereich der Stadt Aachen feststellen, dass die Flächen des Gemeinschaftsgartens über eine herausragende ökologische Qualität in Bezug auf die hier vorkommende Pflanzenvielfalt verfügen, die besonders durch die alternative Nutzung und Pflege der Fläche gefördert wird. Diese Untersuchungen zum Gemeinschaftsgarten wurden auch in einigen Abschlussarbeiten von Studierenden verwendet und veröffentlicht (u.a. Wilke 2014: „Ökologische Bewertung von Gärten und Parks in Aachen anhand struktureller Parameter von Pflanzenbeständen“).

Weitere Gespräche
Selbstverständlich würden wir es sehr begrüßen, eine Einladung zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte sowie des Stadtrates zu erhalten, um gemeinsam mit Ihnen über den Gemeinschaftsgarten zu sprechen. Für Ihre weiteren Gespräche zu dem Thema Gemeinschaftsgarten in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte und dem Stadtrat stimmen wir einer öffentlichen Diskussion der Inhalte unseres Pachtvertrages mit der Stadt Aachen zu.

Resümee
Es ist uns abschließend wichtig, noch einmal zu betonen, dass der Gemeinschaftsgarten mit seinem ökologischen und sozialen Mehrwert auf die Bedürfnisse des Suermondtviertels abgestimmt und in dieses Viertel integriert ist. Der Garten lebt von den Anwohnern des Viertels, die sich für diesen Garten engagieren.
Eine Verlagerung des Standorts, so wie es Mitglieder der Bezirksvertretung Aachen-Mitte überlegen, bedeutete tatsächlich, die Wirkung und den Nutzen, den dieser Garten stiftet, zu zerstören und das Engagement von Bürgern, die unter der Schaffung eines enormen sozialen und ökologischen Mehrwertes, diese Brachfläche Schritt für Schritt partizipativ gestaltet und innerhalb der letzten Jahre einen Garten aufgebaut haben, zu missachten. Bitte missverstehen Sie die im HirschGrün engagierten Bürger nicht als Dienstleister, die Sie beliebig auf weitere Flächen ansetzen, die gestaltet werden sollen.
Sollte jemand trotz der ausführlichen Darstellung weiterhin einen maßgeblichen Nutzungskonflikt sehen, würde uns sehr interessieren, auf welche Tatsachen/Beobachtung sich diese Wahrnehmung stützt. Wir sind sehr gerne bereit, gemeinsam mit Bewohnern des Viertels und politischen Vertretern z.B. in einer oder mehreren Bürgerwerkstätten über Veränderungen im Gemeinschaftsgarten zu sprechen, die verschiedene Nutzungsbedürfnisse berücksichtigen.
Wir wünschen uns abschließend, dass der Antrag der Bezirksvertretung Mitte an die Stadtverwaltung, nach Alternativflächen für urbanes Gärtnern zu suchen, modifiziert und als Ergänzung zu den bisherigen Flächen betrachtet wird und sich die Bezirksvertretung Aachen-Mitte für einen Erhalt des Gemeinschaftsgartens HirschGrün in der Richardstraße ausspricht. Eine Bestätigung dieser Entscheidung durch den Stadtrat würden wir sehr begrüßen.

Mit freundlichen Grüßen im Namen aller Aktiven des Gemeinschaftsgartens HirschGrün,

der Vorstand der Urbanen Gemeinschaftsgärten Aachen e.V.